Update 4 – Australien

Seit dem 28.12. sind wir wieder in einem Land ohne Tempel und Räucherstäbchen, dafür aber mit Kangaroos, Wombats und einem enormen Ozonloch… wir sind in Australien. Die Nacht im Flieger war kurz und die Verpflegung praktisch nicht vorhanden, da wir mit dem Quantas-Billig-Bomber JetStar geflogen sind.
Das ganze OneWorld-Dings ist uns eh irgendwie rätselhaft… gebucht bei Quantas, durchgeführt von British Airways, geflogen von JetStar, mit Piloten von Air Berlin und Stewardessen von Bangkok Airways?!?! Aber egal, sind schliesslich angekommen. Nachdem wir gehofft haben, dass Sprachbarrieren nun der Vergangenheit angehören, wurden wir bereits am Flughafen eines besseren belehrt. Meine Kaffeebestellung in einer australischen Kaffeeröstungsundausschankkette kam in meinem besten Englisch über die Theke. Mit einer derartig unverständlichen Rückfrage des Kaffeeröstungsundausschankkettenangestellten hatte ich aber nicht gerechnet. Seine Frage klang nicht wie in englischer Sprache gestellt, sondern vielmehr wie eine Mischung aus Husten und einem unterdrückten Nießanfall. Anstatt ihm gute Besserung zu wünschen, bat ich ihn lieber freundlich die Frage zu wiederholen. Als mir auch nach der Wiederholung der Inhalt verschlossen blieb, nickte ich einfach grinsend und zustimmend. Seine Frage kann nicht so essentiell gewesen sein, denn ich erhielt, was ich bestellt hatte. Dies war der Anfang einer Reihe von Kommunikationsproblematiken, die auf die sehr eigenwillige Interpretation der englische Aussprache der Australier zurückzuführen ist. Mit dem „Zustimmend-Nicken-Prinzip“ gelang es uns noch am gleichen Tag, unseren gebuchten Campervan in Empfang zu nehmen. Den Vorsatz ‚Camper‘ verdient sich der Van dadurch, dass hinten zwei Matratzen liegen und ein Mini-Holzverschlag mit Spülbecken den Kofferraum ziert…reicht. Erstes Ziel: Bondi Beach…ein Ort an dem ich mich gezwungen fühle, mein T-Shirt anzulassen. Diese muskelbepackten, braungebrannten Surferaustralier sind echt ätzend. Eine Meinung, mit der ich in unsere Zweierreisegruppe irgendwie allein dastehe. Also Vorsatz für 2013:Wieder mehr Sport!
Nachdem wir so unglaublich schlau waren uns einen Camper zu mieten (da die Hostelpreise in Sydney über den Jahreswechsel astronomische Höhen erreicht hatten), mussten wir nun einen geeigneten Parkplatz finden. Natürlich waren alle Campingplätze über den Jahreswechsel randvoll… eine Tatsache, die wir bei unserer intelligenten Reiseplanung natürlich bedacht hatten… oder auch nicht. Nachdem wir die Suche nach offiziellen Campingplätzen abgebrochen hatten, campierten wir die folgenden drei Nächte einfach in verschiedenen Seitenstrassen in einem Vorort von Sydney. Dies wird lediglich zu einer Herausforderung, wenn die mitreisende Frau den Pipiflaschentrick nicht beherrscht und man(n) mitten in der Nacht noch Pipitaxi durch die halbe Stadt spielen muss… aber auch dies spielte sich schnell ein (Randnotiz:In Bordellen in Sydney dürfen nicht-angestellte Frauen nicht die Toilette benutzen, aber fragen kostet ja nix).
Silvester haben wir im Hafen von Sydney verbracht und uns das angeblich größte und teuerste Silvesterfeuerwerk der Welt angeschaut. Davor galt es jedoch,sich einen guten Platz zu sichern.Aus Insiderkreisen haben wir erfahren, dass wir schon am Silvestermorgen im Hafen sein sollten, wenn wir einen vernünftigen Platz haben wollen. Unsere Quelle hatte nicht gelogen und so verbrachten wir schlappe 14 Stunden auf einem noch freien 1/2 Qudratmeter Dreckboden. Nach einigen Stunden wurde es zu einem lustigen Spiel, die Stelle des Körpers zu finden, die noch nicht wundgelegen war… ein Spiel,bei dem aber irgendwie keiner von uns beiden gewonnen hat. Egal… Silvester, Sydney, Harbour Bridge, Hafen, prima! Das Feuerwerk war letztenendes gut … echt gut … aber verdammt nochmal, wir hatten 14 Stunden für ein 15 Min. Feuerwerk im Dreck gesessen und uns wunde Stellen am Körper zugezogen, von denen selbst gestandene Altenpfleger beeindruckt gewesen wären. War trotzdem schön!
An Neujahr ging es dann in die Blue Mountains und von dort weiter nach Wollongong bzw. Coledale, wo wir den schönsten Campingplatz der Welt entdeckten, nämlich direkt am Strand…wow. Dieser Campingplatz an sich war zwar schon ein Highlight, die dort vorhandenen Waschmaschine katapultiert diesen Ort aber kurzerhand zu einer heiligen Stätte. So war es uns endlich möglich, unsere Wäsche für deutlich weniger als die hier normalen 5 Dollar pro Wäschestück (keine Übertreibung!) vom Backpackerschmutz zu befreien. Am folgenden Morgen gab es dann noch das beste Frühstück der Welt… direkt am Strand in der Morgensonne vor unserem Camper… das Leben kann so einfach sein. Die Folgende Nacht verbrachten wir in Bega, bevor wir den langen Weg nach Melbourne antraten… ca. 620 km bei 45 *C Außentemperatur und einem Campervan, dessen Wassertemperatur regelmäßig die empfohlene Maximalgrenze sprengte. Der Weg wurde also zu großen Teilen mit lediglich 80 km/h und ausgeschalteter Klimaanlage zurückgelegt. Selbst der regelmäßigste Saunagänger stößt hierbei unweigerlich an seine Grenzen. Weichgekocht erreichten wir Melbourne am Abend und ergatterten sogar direkt noch einen Platz auf der Nightferry nach Tasmanien. Nach 10 Stunden sitzen im Auto nun noch 9 Stunden auf einer Fähre… in einem sog. Oceanseat… nach Nächten in Flugzeugen kein Problem mehr für uns,schliesslich passt sich der Körper irgendwie den äußeren Gegebenheiten an. Am Ende der Reise werde ich zwar nen Zivi brauchen, der mir die Schuhe zubindet, aber bislang war es das wert. Die Nacht war kurz,der Kaffee war Kaffee und Tasmanien liegt vor uns…

P.S.: Haben Ort mit unnatürlich vielen o’s entdeckt: Wooloomooloo!
P.P.S.:  iPhone 4 trotz iOs Update nicht zu 100% Wasserdicht.
P.P.P.S.: Danke Aldi Australia, EURE Preise animieren mich nicht dazu, eine meiner Nieren gegen Nahrungsmittel zu tauschen.

 

Sydney:

 

Coastal Walk in Sydney:

 

Unser Camper:

 

Silvester:

 

Blue Mountains:

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