Update 1 – Thailand

Kleines Thai-Update der ersten Woche (was mich am meisten
impresste): Nachdem wir in Bangkok von ca. 98% der dort ansässigen Personenbeförderungsunternehmen über den Tisch gezogen wurden, sind wir seit Freitag mit einem Mietwagen unterwegs. Als wäre Linksverkehr für uns nicht eh schon gewöhnungsbedürftig genug, haben sich die Einheimischen für eine Art Straßen-Anarchie entschieden. Rote Ampeln sind lediglich grobe Empfehlungen, die Striche auf den Straßen (bei uns bekannt als Straßenmarkierungen) allenfalls nett gemeinte Verzierungen und ein Leben als Fußgänger in der Regel kurz. Wer bremst verliert und der stärkere/größere hat Vorfahrt. Mit unserem Toyota der unteren Mittelklasse stehen wir hier eher am Ende der Vorfahrtskette. Und obwohl die Mopeds (jeder Einheimische besitzt gefühlt min. eines davon) noch deutlich kleiner sind als unser Fahrzeug, erkämpfen sich diese dennoch regelmäßig die Vorfahrt (klein,aber gemein). Die hilfreichen Ratschläge meiner Beifahrerin („Fahr einfach…“ oder „Du hast Vorfahrt…oder…ach nee“) tragen dann auch nicht zu einer Normalisierung des Blutdrucks bei. Hat man dann endlich die Autobahn erreicht, gehts einfach nur easy geradeaus. Gewöhnen muss man sich lediglich daran,dass teilweise mitten über die Autobahn eine Kreuzung verläuft (ohne Ampel und sonstigen Hinweis natürlich). Wenn man also als ordentlicher german Autobahnkenner seinen Toyota mit 180 k/mh über die Thaitobahn quält und plötzlich von rechts ein LKW kreuzt,dann ist der gerade erst auf Normalniveau gesunkene Blutdruck erneut im kritischen Bereich, ähnlich der Temperaturanzeige des Fahrzeugs. Nicht schlecht sind auch die Fahrradfahrer auf der Autobahn. Diese teilen sich den Standstreifen mit geisterfahrenden Mopedfahrern. Die Thematik der Wiedergeburt scheint hier wirklich tief in den Köpfen verwurzelt zu sein und so mancher Verkehrsteilnehmer scheint auch so schnell wie möglich Gebrauch von diesem Glaubenselement machen zu wollen!? Das ganze hat so ein bisschen etwas von MarioCart… dort fährt man auch rücksichtslos und hat mehrere Leben, nur das man hier toten Hunden ausweichen muss, anstelle von Bananenschalen. Ich fragte bei der Abholung des Fahrzeugs den netten Menschen der Autovermietung, was wir hier beim Fahren für wichtige Regeln beachten müssen…seine Antwort „Ohhh…only careful driving“ und sein fieses Grinsen bei diesem Rat,bekommen jetzt eine ganz andere Bedeutung…

 

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